Simon Priglinger-Simader hinterfragt Methodik der GGL-Studie zum Schwarzmarkt 2025

Im Mai 2026 sorgt die Debatte um die Kanalisierungsrate im deutschen Glücksspielmarkt weiterhin für Aufmerksamkeit, während sich die Branche auf die Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags vorbereitet. Der Vizepräsident des Deutschen Online Casino Verbandes, Simon Priglinger-Simader, übt deutliche Kritik an der jüngsten Schwarzmarktstudie der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, kurz GGL. Er bemängelt dabei vor allem die Methodik, die seiner Ansicht nach den tatsächlichen Umfang illegaler Angebote unterschätzt.
Hintergründe der aktuellen Studie und ihre Ergebnisse
Die GGL hatte in ihrer Untersuchung für das Jahr 2025 einen Kanalisierungsgrad von 77 Prozent ermittelt, was bedeutet, dass dieser Anteil der Spieler auf regulierte Plattformen entfällt. Der verbleibende Anteil von 23 Prozent wird dem Schwarzmarkt zugerechnet. Priglinger-Simader sieht hier jedoch erhebliche Abweichungen von der Realität. Er verweist auf methodische Schwächen wie eine nicht repräsentative Stichprobe und Verzerrungen durch Erinnerungsfehler der Befragten, die sogenannte Recall Bias. Diese Faktoren führten dazu, dass die Studie den Schwarzmarktanteil zu niedrig ansetzt.
Die Argumente des DOCV-Vizepräsidenten im Detail
Priglinger-Simader argumentiert, dass die echte Kanalisierungsrate näher bei 50 Prozent liegt. Daraus ergibt sich ein deutlich höherer Umsatz im illegalen Bereich als in der GGL-Erhebung ausgewiesen. Er stützt seine Einschätzung auf eine frühere Untersuchung des Ökonomen Gunther Schnabl aus dem Jahr 2023, die auf Nielsen-Daten basierte und als zuverlässiger gilt. Diese Studie hatte bereits gezeigt, dass ein erheblicher Teil der Spieler auf nicht lizenzierte Anbieter ausweicht. Ein aktualisierter Schnabl-Report für 2025 wird im Sommer erwartet und könnte neue Daten liefern, die die Diskussion weiter befeuern.
Auswirkungen auf den Glücksspielstaatsvertrag
Die Auseinandersetzung um die Studie könnte Einfluss auf die bevorstehende Überprüfung des Interstate Treaty nehmen, die in den kommenden Monaten ansteht. Beobachter weisen darauf hin, dass präzise Marktanalysen für regulatorische Anpassungen entscheidend sind. Die GGL-Studie dient als Grundlage für politische Entscheidungen, während Kritiker wie Priglinger-Simader auf ergänzende Erhebungen drängen, um ein vollständigeres Bild zu erhalten. In diesem Kontext wird auch auf Berichte wie Germany's unlicensed online gambling market (channelisation 2025 report) verwiesen, die alternative Perspektiven bieten.

Vergleich mit früheren Erhebungen und Datenquellen
Die Diskussion um die Kanalisierungsrate ist nicht neu. Bereits die 2023 black-market study hatte ergeben, dass etwa die Hälfte der Spieler auf unregulierte Seiten zurückgreift. Priglinger-Simader nutzt diese Erkenntnisse, um die aktuellen Zahlen der GGL in Frage zu stellen. Er betont, dass eine verbesserte Datenerhebung notwendig ist, um den tatsächlichen Schwarzmarktumfang korrekt abzubilden. Forscher und Branchenvertreter beobachten, wie unterschiedliche Methoden zu variierenden Ergebnissen führen und welche Konsequenzen sich daraus für die Regulierung ergeben.
Erwartete Entwicklungen im Sommer 2026
Mit dem angekündigten Update des Schnabl-Reports im Sommer könnten neue Impulse für die Debatte entstehen. Experten rechnen damit, dass die Ergebnisse die Position des DOCV stärken oder zumindest zusätzliche Argumente liefern. Die GGL steht unter Druck, ihre Erhebungsmethoden zu überdenken, während politische Akteure die Datenlage prüfen. In Mai 2026 bleibt die Frage offen, wie die Regulierungsbehörden auf diese Kritik reagieren und ob Anpassungen im laufenden Verfahren vorgenommen werden.
Schlussbetrachtung
Die Kritik von Simon Priglinger-Simader beleuchtet zentrale Herausforderungen bei der Erfassung des illegalen Glücksspielmarkts in Deutschland. Während die GGL-Studie einen Kanalisierungsgrad von 77 Prozent ausweist, sprechen alternative Analysen für niedrigere Werte und höhere Schwarzmarktanteile. Die erwartete Aktualisierung der Schnabl-Studie sowie die bevorstehende Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags werden zeigen, wie sich diese Diskussion weiterentwickelt. Branchenbeobachter verfolgen die Entwicklungen genau, da sie direkte Auswirkungen auf die zukünftige Regulierung haben können.