Reformvorschlag des Wirtschaftsrats zur Anpassung des GlüStV 2021

Eden Lehmann · Jun 26, 2026

Reformvorschlag des Wirtschaftsrats zur Anpassung des GlüStV 2021

Wirtschaftsrat präsentiert Reformvorschläge zum deutschen Glücksspielstaatsvertrag in Berlin

Der Wirtschaftsrat, ein mit der CDU verbundener Unternehmensverband, hat der Partei Mitte Juni 2026 einen detaillierten Reformvorschlag zum GlüStV 2021 übergeben und dabei auf dringend notwendige gesetzliche Anpassungen hingewiesen, während der Vertrag selbst erst Ende 2026 offiziell evaluiert werden soll. Experten haben die darin genannten Zahlen und Marktbeobachtungen zusammengestellt, um Probleme wie die 5,3-prozentige Steuer auf Spieleinsätze bei Automaten, die Ein-Euro-Limit pro Spin, eine Kanalisierungsrate von nur 22 bis 25 Prozent mit einem prognostizierten Rückgang auf 20 Prozent bis 2030 sowie die elfmal höhere Zahl illegaler Anbieter im Vergleich zu lizenzierten Plattformen zu beleuchten.

Marktdaten und bestehende Herausforderungen

Branchendaten zeigen, dass die aktuelle Ausgestaltung des Staatsvertrags zu einer starken Verlagerung in den illegalen Bereich führt, wobei die Steuer auf Bruttospielerträge statt auf den Nettoumsatz die Wettbewerbsfähigkeit legaler Anbieter einschränkt und gleichzeitig die Kanalisierung der Spieler in regulierte Kanäle behindert. Beobachter notieren, dass die Ein-Euro-Beschränkung pro Drehung bei Slots in Kombination mit weiteren Restriktionen dazu beiträgt, dass erwachsene Konsumenten vermehrt auf nicht lizenzierte Angebote ausweichen, während die formalen Fristen für eine umfassende Evaluierung bis zum 31. Dezember 2026 noch nicht erreicht sind. Forscher haben unabhängige Studien herangezogen, die belegen, wie sich diese Rahmenbedingungen auf die Marktstruktur auswirken und dabei die Balance zwischen Spielerschutz und der Freiheit erwachsener Verbraucher in den Fokus rücken.

Kernpunkte des Reformvorschlags

Der Wirtschaftsrat schlägt vor, kontinuierliche unabhängige Forschung sowie rollierende Evaluationen einzuführen, um die Wirksamkeit der Regelungen laufend zu überprüfen und Anpassungen auf Basis aktueller Erkenntnisse vorzunehmen, während gleichzeitig die Lizenzvergabe gestrafft und der illegale Markt durch gezielte Maßnahmen priorisiert bekämpft werden soll. Diese Ansätze zielen darauf ab, die genannten Probleme systematisch anzugehen, indem die Steuerstruktur überdacht, die Einsatzgrenzen flexibler gestaltet und die Kanalisierungsrate durch attraktivere legale Angebote verbessert wird. Vertreter des Verbands haben die Vorschläge der CDU übermittelt und dabei betont, dass Prävention gegenüber illegalen Anbietern vor der formalen Berichterstattung Ende 2026 erfolgen sollte, um langfristige Marktverzerrungen zu vermeiden.

Zeitlicher Kontext und politische Einordnung

Im Juni 2026 steht die Diskussion um den GlüStV 2021 im Vorfeld der geplanten Evaluierung, wobei der Reformvorschlag als Impuls für frühzeitige legislative Schritte dient und dabei Daten zu illegalen Anbietern sowie Kanalisierungsraten als Grundlage nutzt. Behörden und Verbände haben diese Entwicklungen registriert, während die CDU den Bericht prüft und mögliche Anpassungen in den politischen Prozess einbringt. Solche Initiativen verbinden sich mit bestehenden Debatten über die Balance zwischen Schutzmechanismen und Verbraucherfreiheit, ohne dass bereits konkrete Gesetzesänderungen verabschiedet sind.

Diskussion über Steueranpassungen und Lizenzierung im deutschen Online-Glücksspiel

Implikationen für Lizenzierung und Marktkontrolle

Die Vorschläge umfassen eine Straffung der Lizenzverfahren, die es legalen Anbietern erleichtern soll, am Markt zu agieren, während gleichzeitig Mechanismen zur Eindämmung illegaler Angebote verstärkt werden, um die elfmal höhere Anzahl nicht regulierter Plattformen zu reduzieren. Daten aus der Branche verdeutlichen, dass eine verbesserte Kanalisierung nicht nur die Steuereinnahmen sichern, sondern auch den Spielerschutz effektiver gestalten könnte, indem Spieler in überwachte Umgebungen gelenkt werden. Beobachter sehen in den rollierenden Evaluationen ein Instrument, das es ermöglicht, auf veränderte Marktbedingungen wie sinkende Kanalisierungsraten flexibel zu reagieren und dabei die Ein-Euro-Limits sowie die Steuer auf Einsätze neu zu bewerten.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

Die CDU wird den Reformvorschlag in ihre Beratungen einbeziehen, während die formale Evaluierung des GlüStV 2021 bis Ende 2026 vorbereitet wird und dabei die hier genannten Punkte als zentrale Referenz dienen. Kontinuierliche Forschung soll sicherstellen, dass Anpassungen evidenzbasiert erfolgen und sowohl Spielerschutz als auch die Freiheit erwachsener Konsumenten berücksichtigen. Branchenvertreter und politische Akteure verfolgen diese Prozesse, um mögliche gesetzliche Änderungen rechtzeitig umzusetzen.

Schlussfolgerung

Der vorliegende Reformvorschlag des Wirtschaftsrats liefert konkrete Ansatzpunkte für eine Überarbeitung des GlüStV 2021, basierend auf den identifizierten Herausforderungen wie Steuerstruktur, Einsatzlimits, Kanalisierungsraten und der Dominanz illegaler Anbieter. Durch die Betonung unabhängiger Forschung, gestraffter Lizenzierung und Priorisierung der illegalen Marktbekämpfung ergeben sich Möglichkeiten, den Vertrag vor der offiziellen Evaluierung Ende 2026 anzupassen und dabei die genannten Marktindikatoren zu berücksichtigen.